Die Beisetzung

Als wir uns für denn Friedwald entschieden hatten, fuhren wir nach Bramsche um uns ein Bild zu machen. Im Nachhinein stellten wir fest das wir alle vier, dass heißt Manni, Werner, Mandy und ich, ein gutes Gefühl hatten als wir in denn Friedwald gingen.

Es begleitete uns ein Förster der uns half ein geeigneten Baum für unsere Familie zu finden.

Wir schauten uns viele Bäume an. Immer wenn mir ein Baum gefiel ging ich zu Johny, der zu der Zeit zwei Jahre alt war, und frage ihn: „Guck mal Johny, gefällt dir dieser Baum?" Der kleine lachte jedes Mal und schüttelte denn Kopf und rief: „Nein nein!" Dann kamen wir wieder zu einem Baum, eine Buche mit Drehwuchs. Also schnappte ich mir denn kleinen wieder und fragte ihn erneut ob er denn Baum schön fände, er rief: „Schön aus! Ja ja!" Da wussten wir das ist der Baum denn wir suchten. Alle Mitglieder unserer Familie werden an diesem Baum beigesetzt. Das ist ein wirklich gutes Gefühl!

Dennis wurde am 19.08.2006 im Friedwald – Bramsche um 14.00 Uhr beigesetzt.

Es sind viele Leute angereist, einige von ziemlich weit weg. Viele waren auch schon einen Tag vorher gekommen und hatten bei uns übernachtet.

Alles war geplant und durchgesprochen, die Rede unserer Pastorin, die Musik die gespielt werden sollte und Manni (Dennis Stiefvater) und Werner (Dennis leiblicher Vater) hatten sich sogar die selben Trauersachen gekauft. Die beiden in dem selben Outfit zu sehen war schön! Es war so eine Einheit, man konnte sehen dass beide ihren Sohn lieben.

Es gab so das übliche Chaos vor der Beisetzung, wie das so ist wenn viele Menschen zusammen sind. Mein einziger Gedanke war „Du darfst auf keinen Fall ausflippen, die Beisetzung soll so schön und würdig wie möglich sein, denn es ist doch der letzte Gang unseres Jungen und wir geben ihm heute die letzte Ehre".

Wir hatten einen CD Player mitgenommen um die Musik abzuspielen. Ich hatte neue Batterien für denn CD Player gekauft damit auch ja nichts schief geht. Wir sind dann mit ca. 30 Autos im Convoy zum Friedwald gefahren.

Dort angekommen stellten wir fest, dass viele Trauergäste schon da waren, dass heißt der Parkplatz war voll. Also mussten alle anderen Autos an der Strasse parken, was für eine lange Schlange!

Als ich die Batterien in den CD Player einsetzten wollte, stellt ich fest das die nicht passten. Ich konnte es nicht glauben ich hatte es doch extra kontrolliert. Nach ein paar ratlosen Minuten ging ich zum Förster und bat ihn ein Auto in den Wald fahren zu dürfen damit wir die Musik aus der Autoanlage hören können. Eigentlich ist es strengstens verboten mit dem Auto in den Wald zu fahren, aber der Förster gab uns sein Okay.

Dennis größte Leidenschaft waren Autos und das wir die Beisetzung mit einem Auto beschallten war irgendwie total passend.

Alex, sehr guter Freund von Dennis, trug die Urne die sehr hübsch war. Die Urne sah aus wie aus grünen und schwarzen Wolken. Wir hatten Alex gebeten die Urne zu tragen, weil wir Eltern uns nicht entscheiden konnten wer es macht.

Also gingen wir zu dem Baum, Alex mit der Urne in der Hand zuerst, dann die Eltern und Familie und dann die Freunde, es waren ca. 130 Leute. Am Baum angekommen stellten sich alle im Kreis um die Urne und den Baum.

Als erstes hörten wir Dennis damaligen Lieblings Song, ein Song aus dem Soundtrack von „Tokio Drift". Danach hielt die evangelische Pastorin, Frau Böhne, eine sehr schöne, berührende Rede. Während dieser Rede wurde Dennis von ihr ausgesegnet.

Danach ließen Manni und Werner die Urne hinab.

Jetzt hatten alle die Gelegenheit sich zu verabschieden. Jeder ging zu der Urne mit Blumen oder Blütenblättern oder Erde in der Hand. Viele sagten noch ein paar Worte. Es war sehr sehr bewegend. Dann hörten wir noch den Song von Herbert Grönemeyer „Der Weg". Wenn ich dieses Lied höre hab ich das Gefühl ich selbst hab es für Dennis geschrieben.

Alle zusammen schlossen dann das Loch über der Urne mit Erde und Sand. Wir legten noch Tannenzweige auf die Stelle wo die Urne ist und dann gingen wir langsam zurück.

Mit ungefähr 100 Trauergästen fuhren wir dann ins Gasthaus Greve nach Recke, dort saßen wir noch ca. 2 Stunden beisammen. Dann traten die meisten Trauergäste denn Heimweg an.

Wir vier Eltern saßen abends noch mit Freunden zusammen. Mein Bruder Chris hatte an dem Tag Geburtstag. Wir liessen denn Abend ruhig auf der Terrasse ausklingen.

Wenn ich an die Beisetzung meines Jungen denke, kommt es mir vor wie ein Traum! Ich war den ganzen Tag irgendwie betäubt.

Abschließend muss ich sagen, dass der letzte Weg meines Sohnes Dennis, sehr würdevoll und feierlich war!

Denk Dir ein Bild. Weites Meer.

Ein Segelschiff setzt seine weißen Segel

und gleitet hinaus in die offene See.

Du siehst, wie es kleiner und kleiner wird.

Wo Wasser und Himmel sich treffen,

verschwindet es.


Da sagt jemand: nun ist es gegangen.

Ein anderer sagt: es kommt.


Der Tod ist ein Horizont, und ein Horizont

ist nichts anderes als die Grenze

unseres Sehens.


Wenn wir um einen Menschen trauern,

freuen sich andere,

ihn hinter der Grenze wieder zu sehen.


— Peter Streiff