Der Tag davor
Es war der dritte August. Wie fast immer im August war es sehr warm. Ich saß im Bus auf dem Weg von der Arbeit nach Hause. Es dauert ca. eine Stunde bis ich zu Hause bin. Also sitze ich in dem Bus der voll und stickig ist und hänge so meinen Gedanken nach.
Gut das mein Sohn Dennis die Schule hinter sich hat. Zehn lange Jahre……. Die Lehrer sagen immer: „Die Schulzeit ist die schönste Zeit in euerm Leben." Was für ein Bullshit……. Schule ist nicht nur schön sondern auch Stress, Angst, Arbeit, Langeweile…usw. usw. usw……. Na ja das haben wir hinter uns. Dennis hat wider erwarten einen richtig guten Abschluss hingelegt. Das letzte Jahr war gut. Dennis hat sich in der neuen Schule echt wohl gefühlt. Er fand sogar die Lehrer gut. Seine Beurteilung ist richtig klasse. Ich bin echt stolz.
Die Pubertät von Dennis war echt hart für alle Beteiligten. Meine Herrn haben wir uns manchmal gezofft. Dennis hat es uns nicht leicht gemacht und ich glaube wir ihm auch nicht. Aber woran nie einer von uns gezweifelt hat war unsere Liebe zu einander. Nicht einmal in der schärfsten Krise. Wir hätte geraden den größten Streit hinter uns haben können……. Wenn jemand an der Tür geklingelt hätte um irgend jemanden aus unserer Familie anzumachen…….. dann auf ihn mit gebrüll. Die Familie ist heilig für uns alle. Ein gutes Gefühl.
Im letzten Jahr hat Dennis eine „wundersame Wandlung" durchgemacht. Mein „Motzkopf" ist auf einmal charmant geworden. Aus dem pubertierenden Hitzkopf ist ein toller junger Mann geworden. Ich sitze im Bus und lächle vor mich hin bei dem Gedanken……. Ich hätte beinahe vergessen auszusteigen.
Ich kam nach Hause……. Alles wie immer. Ich saß eine Weile auf der Terrasse dann kam Dennis nach Hause. Er kam zum Gartentor rein……. Er hatte ein rosa T-Shirt an und eine kakifarbene Hose mit vielen Taschen. Er grinst mich an und hatte wie immer die Hände in den Hosentaschen. Er sagt „Na Mama was geht?". Es sind seine letzten Ferien die genießt er richtig. Er ist viel mit Freunden unterwegs. Er hat zwei Möglichkeiten, entweder er tritt eine Lehre als Tankwart an oder er macht noch ein Orientierungsjahr. Tankwart findet er gut da hat er viel mit Autos zu tun und KFZ-Mechatronik wird auch angeschnitten. Autos sind Dennis ganze Leidenschaft. Mal sehen ein bisschen Zeit haben wir ja noch.
Mein Mann Manni ist dann auch nach Hause gekommen. Ich deckte den Tisch fürs Abendessen. Wir aßen und quatschten ein bisschen über dies und das. Als Dennis ging sagte ich ihm er solle seinen Schlüssel da lassen weil ich mal wieder nicht wusste wo meiner war. Es ist echt schlimm mit mir entweder ist mein Schlüssel weg oder mein Portemonnaie. Manchmal bin ich ein echtes Flusenhirn. Ich sagte Dennis das ich ihm den Schlüssel in den Briefkasten lege wenn ich ins Bett gehe und er noch nicht da ist. Dennis meckerte ein bisschen……. Ich solle doch mal auf mein Zeug aufpassen……. Ich rief ihm hinterher dass ich ihn lieb habe und er rief zurück „ich dich auch".
An dem Abend war ich so müde wie lange nicht mehr. Eigentlich kann ich ganz schlecht einschlafen aber nicht an diesem Abend. Ich schlief wie ein Stein……. bis das Telefon mich weckte.